Freitag, 18. November 2011

Erklärung des RP zur Variante 3

- und meine Gegenargumente - alle in KURSIV



3.2.3 Variante 3 - weiträumige Umfahrung von Lichtenstein im Westen

Die Variante 3 ist eine Trasse, die unter dem Gesichtspunkt der weitgehenden Mitbenutzung des vorhandenen Straßennetzes entwickelt wurde. Hierfür bieten sich die L 382 im Bereich der Stuhlsteige bis zur Albhochfläche und eine Weiterführung über die L 230 bis zum Anschluss an die B 312alt an.
Verbunden wird die L 382 mit der bestehenden B 312 durch einen etwa 1.780 m langen Tunnel, der im Lippental beginnend unter dem Schönberg hindurchführt und dessen Zufahrt südlich von Pfullingen in Höhe der Gärtnerei "Hortense" von der bestehenden B 312 abzweigt. Im Bereich der Stuhlsteige kann die derzeitige Linienführung, bedingt durch die steilen Böschungen, nur geringfügig verbessert werden. Östlich der Gemeinde Genkingen wird durch eine 1,3 km lange neue Querspange die Trasse an die L 230 angeschlossen.
Die Mitbenutzung der Stuhlsteige (Fahrbahnbreiten zwischen 6,30 m und 7,20 m) und der L 230 (7,70 m breite Fahrbahn) hat eine Trassenlänge von 14,8 km bei einer Neubaulänge (ohne Ausbau der Stuhlsteige) von etwa 4,2 km. Auf den Bestandsabschnitten sind hohe Längsneigungen (über 6,5 %), engen Radien und eine starke Kurvigkeit vorhanden, die mit einem Ausbau nicht beseitigt werden können.

Die vom RP gezeichnete Variante 3 ist nicht identisch mit meiner Variante.


Im unteren Bereich ist meine ganz anders angelegt.
Eine von den engen Radien fällt weg!
Die weiter oben, derzeit enge Kurve, kann auf Grund des topographischen Geländes größer ausgebaut werden. Zum andern sind die Längsneigungen weniger „steil“.

meine Variante                                                                        Variante RP

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die „Ahlsbergbewohner“ und die Weststadt Pfullingens kämen zur Ruhe


























Variante 3


Aufgrund der hohen Umwegigkeit (Streckenlänge ca. 14,8 km) lassen sich lediglich rund
600 Kfz/24h zusätzlich auf die bestehende L 382 verlagern. Es ergibt sich eine Gesamtverkehrsbelastung von 5.400 Kfz/24h sowohl auf der bisherigen L 382 als auch auf der
Bestandsstrecke der L 230. In den Ortslagen von Unterhausen und Honau verbleiben
13.300 Kfz/24h, wodurch sich eine sehr geringe Verkehrswirksamkeit von 5 % (Verkehrsbelastung im Planfall im Vergleich zum Prognosenullfall innerhalb der Ortslage von Lichtenstein) ergibt.


Und ich behaupte immer noch: Verkehr kann man lenken, vor allem die LKW's.


Gegenüberstellung der Baukosten

















Variante 3


Bei der weiträumigen westlichen Umfahrung handelt es sich nicht zuletzt wegen der überwiegenden Nutzung des Bestandes (L 382 und L 230) um die günstigste Trasse mit Gesamtkosten von rund 109 Mio. €. Obwohl bei den Kosten zwischen Neubau- und Ausbauabschnitten differenziert wird, weist die Variante 3 mit einer Summe von ca. 13 Mio. € für den Straßenbau einen hohen Kostenanteil in dieser Kostengruppe auf. Dies liegt aber daran, dass bei dieser Variante Tunnel- und Brückenlängen im Verhältnis sehr gering sind. In den Kosten für diese Bauwerke ist die Straßenbefestigung bereits enthalten
Die Variante 3 wurde schon in einer früheren Variantenanalyse als nicht zielführend identifiziert. Ökologische Beeinträchtigungen sind im Lippental und bei der Unterquerung des Sättele und des Wackersteins zu erwarten. Außerdem liegt der gesamte Albaufstieg (Stuhlsteige) im Natura2000-Gebiet. Lärm und Abgase des nutzenden Verkehrs könnten bei dieser Trassenführung vollständig aus dem Echaztal entfernt werden. Die Verkehrsentlastung für Lichtenstein und Honau wurde vom RP Tübingen für diese Trassenvariante mit etwa 5 % für die Ortsdurchfahrt Unterhausen am geringsten eingestuft. Die Anbindung an die L 382 wurde, wegen mangelnder Verkehrswirksamkeit, frühzeitig ausgeschieden. Weder die hohen Längsneigungen (über 6,5 %) noch die engen Radien oder die starke Kurvigkeit können mit einem Ausbau beseitigt werden. Die fehlenden Überholmöglichkeiten im Tunnel und auf der Stuhlsteige lassen die Verkehrsqualität auf ein für Bundesfernstrassen nicht mehr vertretbares Maß sinken. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist davon auszugehen, dass die Verkehrsteilnehmer aus Münsingen und Riedlingen auch weiterhin die alte B 312 nutzen. Möglicherweise könnten drastische Rückbaumaßnahmen oder eine massive Reglementierung zu Entlastungswirkungen für Lichtenstein führen. Über diese Trasse kann vor allem der Verkehr aus Sonnenbühl aufgenommen und der westliche Teil Pfullingens entlastet werden. Eine Anbindung der B 313 aus Sigmaringen würde zu weiteren Kosten für die Umgehung von Genkingen und Undingen führen. Zu berücksichtigen bliebe aber die beinahe doppelte Fahrstrecke gegenüber dem derzeitigen Zustand. Damit kann das beabsichtigte Ziel, einer wesentlichen Verkehrsentlastung für Honau und Lichtenstein nicht erreicht werden.
Bei Realisierung der Variante ist aller Voraussicht nach mit erheblichen Beeinträchtigungen von Natura 2000- Belangen (FFH- und Vogelschutzgebiet) sowie dem Eintreten von artenschutzrechtlichen Verbotstatbeständen zu rechnen. Dies ist natur- und verfahrensrechtlich von besonderer Bedeutung. Die vergleichende Beurteilung der Varianten kommt zum Ergebnis (vgl. Kap. 3.3.3), dass Variante 1(1a/1b) den diesbezüglich aller Voraussicht nach verträglichsten Lösungsansatz darstellt.

Vorteile:

kurze Tunnellänge (1,8 km) – 2,1 km
geringste Baukosten
Verlagerung der Lärm- und Abgasbelastungen aus dem Echaztal heraus.
geringe Beeinträchtigung des südlichen Echaztales
keine Veränderung der klimatischen Verhältnisse
Keine Gefährdung der Trinkwasserquellen

Während der Bauzeit geringe Belastung in Unterhausen und Honau
Nochmals: Die Anwohner des Ahlsbergs kämen zur Ruhe,  und die Weststadt von Pfullingen würde ganz gewaltig entlastet.

Nachteile:

größte Baulänge (ca. 15 km) - (14,8 km)
aller Voraussicht nach erhebliche Beeinträchtigungen von Natura 2000- und Artenschutzbelangen.
äußerst geringe Entlastung der Siedlungsbereiche in Unterhausen und Honau
Beeinträchtigungen im Lippental
Störung des Landschaftsbildes im Lippental durch Dammlage
Beeinträchtigung der Erholungsnutzung im Lippental
Nahezu keine Verkehrswirksamkeit Unzureichende Verkehrsqualität und -
sicherheit


Albaufstieg Variante 3

Die Kommentare von M. Staiger, der Einfachheit gleich im Anschluss

Vorteile:

kurze Tunnellänge (1,8 km) – 2,1 km
geringste Baukosten
Verlagerung der Lärm- und Abgasbelastungen aus dem Echaztal heraus.
geringe Beeinträchtigung des südlichen Echaztales
keine Veränderung der klimatischen Verhältnisse
Keine Gefährdung der Trinkwasserquellen

Alle diese Vorteile werden m. E. viel zu Geringschätzig bewertet.

Während der Bauzeit geringe Belastung in Unterhausen und Honau
Nochmals: Die Anwohner des Ahlsbergs kämen zur Ruhe, und die Weststadt von Pfullingen würde ganz gewaltig entlastet.

Nachteile:

größte Baulänge (ca. 15 km) - (14,8 km)
halte ich für übertrieben, es dürften 13 km sein von Hortense zum Kreisverkehr Traifelberg, bei Variante 1 wären es 8 km!
aller Voraussicht nach erhebliche Beeinträchtigungen von Natura 2000- und Artenschutzbelangen.
Wo soll das sein bei 2 X 2km Neubaustrecke + 2km Tunnel, der größte Teil ist Ausbau vorhandener Trassen.
äußerst geringe Entlastung der Siedlungsbereiche in Unterhausen und Honau
Beeinträchtigungen im Lippental
Störung des Landschaftsbildes im Lippental durch Dammlage
Im Verhältnis zur Störung des Landschaftsbild der Variante 1 gibt’s im Lippental fast keine Störung und wenn man vor dem Schönbergtunnel die gleiche Steigung baut wie in Variante 1 brauchts auch keine „ Dammlage“!
Beeinträchtigung der Erholungsnutzung im Lippental
Im Vergleich zur Beeinträchtigung der Lebensverhältnisse im Echaztal durch die Variante 1 ist das schon fast eine böswillige Lüge.
Nahezu keine Verkehrswirksamkeit Unzureichende Verkehrsqualität und - sicherheit
Die Entlastung der „Siedlungsbereiche in Unterhausen und Honau“ geschieht durch die Herabstufung und Gewichtsbeschränkung der Honauer und Holzelfinger Steige, LKW über 7,5t ist der Umweg zumutbar. In ganz Lichtenstein (alle Ortsteile) 30km/h, dann ist Ruhe und für die Autofahrer gibt’s kein vertun ob jetzt 50 oder 30 gilt.

Thema Überquerung der Stadtbahn durch B312 bei Hortense:
Die „alte“ Verbindungsstrasse Pfullingen – U.-hausen muß ja eh kreuzungsfrei unter der neuen Strasse durch und da liegt dann die Stadtbahn paralell. Das könnte durch einen Einschnitt am Kraussen Buckel geschehen so daß die B312 neu nicht extra hochgezogen werden müsste (Kostenminderung). Die Stadtbahn kommt ja aus Pfullingen auf der alten B312 und könnte deshalb parallel dazu bis U.-hausen geführt werden, der alte Bahndamm muß nicht zwingend genutzt werden, eine Trassenbündelung ist umweltverträglicher!

Kommentare:

  1. "Nochmals: Die Anwohner des Ahlsbergs kämen zur Ruhe, und die Weststadt von Pfullingen würde ganz gewaltig entlastet."

    Lichtensteiner oder Pfullinger Gemeinderat???

    Die Trassenentscheidung ist letzlich keine Glaubensfrage bzw. Wünschen, sondern die Abwägung von ARGUMENTEN bzw. FAKTEN.

    AntwortenLöschen
  2. Hallo "Anonymus",


    zum einen war "Kirchtumspolitik" ein Fakt, der den Albaufstieg seit Jahrzehnten verzögerte und in die "unterste Schublade" beförderte und zum anderen verlaufen die der Variante 3 zuzurechnenden Trassenvorschläge überwiegend ausserhalb Lichtensteiner Gebiete, so daß man den Betroffenen das schon erklären mur, warum das dennoch gut für alle ist.
    Andererseits wurden doch nur Fakten (Verkehrsentlastung, Lärmentlastung, geringerer Landschaftsverbrauch, keine Einschränkungen, Gefahren während der mehrjährigen Bauzeit)genannt?

    Gruß
    Michael Staiger

    AntwortenLöschen