Samstag, 14. Januar 2012

Etwas Geschichte; wir hatten schon mal 30 er Zone

Im Jahre 1927 fuhr ein Unterhausener mit dem PKW 37km/h auf der Wilhelmstraße , das war für die damalige Zeit 7 km/h zu viel; er bekam eine Geldstrafe.

1999 erinnerte sich Paul Schweizer daran und hat uns folgende Geschichte hinterlassen:

Die Straßen waren noch nicht geteert. Auto gab es nur wenige.
Wenn ein Auto durch den Ort fuhr, dann gab es dicke Staubwolken, sofern der Sprengwagen der Gemeinde, oder die Anlieger nicht vorher die Straße kräftig gespritzt hatten. Wie funktionierte die Geschwindigkeitskontrolle?
Wir, damals noch junge Burschen, hatten oft großen Spaß dabei.-
Vor dem Gebäude Wilhelmstraße 58 (damaliger Eigentümer Paul Schäfer) stand eine große, stabile Bank. Bei den Verkehrskontrollen saß der Polizeibeamte in Zivilkleidung, wenn gerade kein Auto kam, auch auf dieser Bank. Wenn Verkehr war, dann stand der Polizist am Straßenrand. Ebenso stand unterhalb vor dem Anwesen Rettich (damals noch Gottlob Kirschbaum) ebenfalls ein Polizist in Zivilkleidung. Wenn ein Auto aus Richtung Oberhausen kam, dann hob der Polizist, wenn das Fahrzeug an ihm vorbeifuhr, seinen Hut in die Höhe. Für den 200 m unterhalb stehenden Polizisten war dies das Zeichen zum Einschalten der Stoppuhr. Wenn dann das Fahrzeug bei ihm ankam, drückte er die Stoppuhr aus. Aus der Wegstrecke und der gestoppten Zeit wurde dann die Geschwindigkeit berechnet. Das war eingeübt und funktionierte tadellos.
Ein großer Spaß bei den Zuschauern war es, wenn der Polizist seinen Hut hob und der vorbeifahrende Kraftfahrer dies als "freundliche Geste" ansah und dann vor Freude kräftig auf's Gas trat. Der unterhalb wartende Polizist war dann überrascht, weil er wieder einmal einen Fahrer wegen überhöhter Geschwindigkeit anzeigen mußte.
Bei Fahrzeugen die aus Richtung Reutlingen kamen, war es umgekehrt. Da hob der unterhalb stehende Polizist den Hut und der oberhalb stehende Polizist drückte die Stoppuhr.
Heute kann man sich das nicht mehr vorstellen. Die elektronischen Meßgeräte arbeiten sicher und erleichtern der Polizei Arbeit.
Nun, wo Auto an Auto die Straße passieren, wäre die damalige Meßmethode undenkbar.-

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