Dienstag, 20. September 2011

Etwas Geschichte zum Vorläufer der Stadtbahn Teil 3

BAHNBAU I Reutlingen - Honau


Im November 1891 wurde über den Erwerb der zur Bahnhofserweiterung Reutlingen und die Einführung der Echazbahn erforderlichen Grundstücke verhandelt. Die Grundstückseigentümer stellten jedoch so hohe Forderungen, so dass fast alle Gespräche zunächst ergebnislos verliefen. In einem Fall soll für ein Grundstück von etwa einem halben Morgen mit etwas Baumbestand ein Kaufpreis von 25.000,oo Mark verlangt worden sein. Der Bahnverwaltung lag allerdings eine königliche Verordnung vor, erforderliche Grundstücke im Wege der Zwangsenteignung zu erwerben.

Für die Einführung der Echazbahn in den Bahnhof Reutlingen wurden am 19. April 1892 das Verlegen der Schienen ausgeschrieben.

Die Verhandlungen zum Erwerb des für den Bahnbau im Echaztal erforderlichen Grund und Bodens wurde bereits zu Beginn des Jahres 1891 aufgenommen. Von insgesamt 151 Eigentümern waren rund 7 Hektar Gelände zu erwerben. Je Ar zahlten die Staatsbahnen durchschnittlich 145,oo Mark.

Der erste Abschnitt des späteren Schienenweges vom oberen Neckartal über die Alb zum Donautal wurde in drei Baulose aufgeteilt. Zwischen Mai und Juli 1891 schrieb die Generaldirektion in Stuttgart alle anfallenden Arbeiten aus. Die Angebote für das erste Baulos mussten bis zum 21.Mai abgegeben werden. Die Bauvergabe fiel rasch, am Mittwoch, dem 30. Juni 1891, konnte die Arbeit begonnen werden. Im August 1891 waren die Arbeiten für das erste Baulos in vollem Gange.

Zu dieser Zeit zeichneten sich auch erste Aktivitäten im oberen Echaztal ab. So erwarteten hier zahlreiche italienische Arbeitskräfte die mit Schienen beladenen Rollwagen. Anfang September waren alle Baulose vergeben; die Aushubarbeiten für das Verwaltungsgebäude in Unterhausen haben inzwischen begonnen. Tiefe lockere Tuffsandstein-Schichten oberhalb von Pfullingen bei der Papierfabrik Krauß erforderten kostspielige Gründungsarbeiten.

Am 25. September 1891 ereignete sich bei Pfullingen ein erster schwerer Unfall: Gegen 6.°° Uhr abends wurde einer Arbeiterin der linke Fuß überrollt. Zu dieser Zeit kündigten sich auch die ersten Aktivitäten beim Albaufstieg an: In der Honauer Steige entstand eine Arbeiterhütte und im Dickicht des Waldes ein Magazin für Sprengpulver.

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