Montag, 12. Oktober 2009

Kosten Stadtbahn Information, wer weiß das schon?

Auszug aus der Machbarkeitsstudie der TRANS TEC CONSULT GmbH
Teil 1


Aus dem Jahre 2005, von Dr. Dieter Gust, seinerzeit hier in Lichtenstein vorgetragen

Regional Stadtbahn Neckar - Alb

Trassenverlauf in der Innenstadt Reutlingen

Folgende drei Varianten einer Führung der RegionalStadtBahn Neckar-Alb in der Stadt Reutlingen wurden diskutiert:

Variante I: Reaktivierung der stillgelegten Echaztalbahn - Trasse

Hier wurde die Führung über die bestehende Strecke (alte Echaztalbahn -Trasse) am Rand der Reutlinger Innenstadt betrachtet. Ein wichtiges Erfolgskriterium für die Akzeptanz eines regionalen Stadtbahnsystem ist, die Fahrgäste möglichst ohne zusätzliche Umsteigevorgänge direkt in die Innenstadt, dem Hauptziel der meisten Fahrgäste, zu führen. Die Variante I ist zwar technisch möglich, aber aus verkehrsplanerischer Sicht nicht zu empfehlen, da hier eine gute Erreichbarkeit der Innenstadt bzw. der Fußgängerzone nicht gewährleistet ist. Der große Vorteil dieser Variante ist eine relativ einfache Realisierung, da die Strecke vorhanden ist und der Bahnkörper nicht entwidmet wurde.

Variante II: Neubau einer Trasse in der Kaiserstraße

In dieser Variante wurde eine Trassierung durch die Kaiserstraße geprüft. Auch hier besteht der Nachteil der zu großen Entfernung von der Innenstadt bzw. Fußgängerzone. Gegenüber der Variante I ist die Erreichbarkeit aus der Innenstadt heraus jedoch deutlich besser. Diese Variante erschließt die Oststadt von Reutlingen am besten, aus städtebaulicher Sicht ist sie allerdings abzulehnen, da die Stadtbahn in dem sehr intakten Straßenraum störend wirken würde.

Variante III: Neubau einer Trasse in der Gartenstraße

In dieser Variante wurde die Führung durch die Gartenstraße untersucht. Auch diese Variante ist technisch umsetzbar. Aus gutachterlicher Sicht ist die Führung der RegionalStadtBahn durch die Gartenstraße zu empfehlen, da nicht nur eine gute Erreichbarkeit der Innenstadt gegeben ist. Die Gartenstraße ist jedoch städtebaulich und verkehrlich dringend in ihren Funktionen zu hinterfragen. Die Stadtbahn kann einen positiven Beitrag leisten, indem der IV-Verkehr in der Reutlinger Innen-stadt neu geordnet und der Durchgangsverkehr auf andere, zum Teil anbaufreie Straßen verlagert wird. Durch einen Umbau der Gartenstraße mit teilweise verkehrsberuhigten Bereichen und der Stadtbahn könnte eine deutlich bessere Aufenthaltsqualität erreicht werden. Die Bereiche der Halte-stellen könnten vom IV befreit und zu Fußgängerbereichen umgestaltet werden.

Haltepunkte im Stadtgebiet Reutlingen


Derzeit wird das Reutlinger Stadtgebiet vom SPNV unzureichend erschlossen. Durch den Neubau von drei weiteren Haltepunkten entlang der bestehenden Bahnstrecke und jeweils fünf bzw. sechs neuen Haltestellen entlang der Neubaustrecken Reutlingen Hbf - Engstingen wird die Erreichbarkeit des SPNV deutlich verbessert.
Entlang der Neubaustrecke Reutlingen Hbf - Engstingen sind im Stadtgebiet Reutlingen die Haltepunkte Reutlingen Hbf (Listplatz), Reutlingen Marienkirche, Reutlingen Burgplatz, Reutlingen Arbeitsamt und Reutlingen Albstraße vorgesehen.


Betriebskonzept für das Stadtgebiet Reutlingen


In Reutlingen Hbf werden die Linien S2, S5/S51, S6 und S7 östlich des Hauptbahnhofs aus den Gleisen 1 und 2 über ein Gleisdreieck ausgefädelt und auf den Listplatz geführt. Lediglich die Linie S8 fährt Richtung Plochingen weiter. Vom Listplatz verlaufen die Linien über die Karlstraße in die Gartenstraße zum Burgplatz und weiter durch die Albstraße zum 5üdbahnhof. Hier trennen sich die Linien. Die Linien S5, S6 und S7 führen weiter in Richtung Pfullingen und die Linien S2 und S51 nach Eningen. Das Bedienungsangebot in der Innenstadt von Reutlingen sieht dann wie folgt aus:

In der HVZ und NVZ ergibt sich durch die Überlagerung der Linien S5/S51, S6 und S7 zwischen Reutlingen Hbf und Pfullingen Schwimmbad ein reiner 10 - Minuten-Takt. Im Abschnitt Reutlingen Hbf - Reutlingen Südbahnhof wird dieser Takt durch die Linie S2 verstärkt. Somit verkehren je Stunde acht Zugpaare in Reutlingen. Die Linie S5/S51 wird am Südbahnhof gekuppelt bzw. geflügelt.

In der SVZ ist durch Linienüberlagerungen ein 20-Minuten-Grundtakt zwischen Reutlingen Hbf und Pfullingen vorgesehen, der mit den Linien S5, S6 und S7 hergestellt wird. Im Abschnitt Reutlingen Hbf -Südbahnhof wird dieser Grundtakt durch die S2 verdichtet. Insgesamt verkehren dann vier Zugpaare je Stunde in Reutlingen. Die Linien S2 und S5 ergeben einen reinen 15 - Minuten- Takt, der durch die stündlichen Fahrten der Linie S8 verstärkt wird.

Nachfrage

Im Gegensatz zu Tübingen wurde in Reutlingen eine Nachfrageermittlung nur für die Stadtbahn-trasse mit der besten Erschließungsqualität durchgeführt. Der Grundgedanke war, den ÖPNV zu bündeln und insbesondere im starkbelasteten Abschnitt attraktiv zu gestalten und gegenüber dem Bus zu beschleunigen.
Die Nachfrageermittlung zeigt auf, wie das Fahrgastaufkommen gebündelt in die Reutlinger Innenstadt geführt wird. Im Bereich des Burgplatzes sind im Querschnitt 21.618 Fahrgäste. Auf der Strecke Richtung Metzingen beträgt die Querschnittsbelastung in der RSB 6.228 Fahrgäste und in den Regionalzügen 10.921. Auf dem Abschnitt zwischen dem Hauptbahnhof und dem Abzweig Galgenberg sitzen in der RSB 24.691 und in den Regionalzügen 8.115 Fahrgäste. Ab dem Abzweig Galgenberg teilt sich die Zahl der Fahrgäste auf die Strecke Richtung Gomaringen (15.717 Fahrgäste) und Richtung Tübingen (18.719 Fahrgäste, davon in der RSB 10.604 und in IRE und RE 8.115 Fahrgäste) auf.


Infrastruktur


Innenstadtstrecke Reutlingen –Südbahnhof


Die Trasse von Reutlingen Hauptbahnhof bis Pfullingen Schwimmbad (ca. 5,7 km) wird zweigleisig geplant.
Die Stadtbahntrasse durch die Reutlinger Innenstadt verlässt die Gleise 1 und 2 auf der Nordseite des Bahnhofsgebäudes in einem Halbkreis mit einem Radius von mindestens 25 m (kleinster Radius für Stadtbahnfahrzeuge) und führt dann auf der anderen Seite des Empfangsgebäudes entlang. Dort befindet sich die RSB-Haltestelle Reutlingen Listplatz. Von hier zweigen zwei Gleise nach Norden ab, die wiederum einen Anschluss an die Gleise 1 und 2 in Richtung Metzingen bekommen.
Unmittelbar nach den Bahnsteigen der Station Reutlingen Listplatz schwenkt die Trasse nach Osten, überquert den Friedrich-List-Platz und die Karlstraße und mündet in die Gartenstraße ein. Der weitere Verlauf folgt der Gartenstraße. Dann überquert die Trasse den Burgplatz und verläuft in der Albstraße in der Straßenmitte. Im Bereich der Betzenriedstraße wird sie aus der Straßenmitte in die nördliche Seitenlage geführt.
Von der Stadtgrenze bis zum Abzweig Reutlingen Südbahnhof verläuft die Trasse auf der ehemaligen Straßenbahntrasse in nördlicher Seitenlage entlang der Marktstraße (B 312).


Im Bereich vor dem Knotenpunkt Marktstraße/Reutlinger Straße wird ein Haltepunkt Reutlingen Südbahnhof angelegt. Nach diesem Haltepunkt teilt sich die Strecke in die beiden Streckenäste Richtung Eningen und Richtung Pfullingen/Engstingen.
Die Strecke vom Hbf Reutlingen bis Kleinengstingen wird elektrifiziert und mit 750 V Gleichstrom nach BOStrab betrieben. Die Sicherung für den kreuzenden Verkehr wird durch geeignete Maßnahmen (z. B. Lichtzeichen) gewährleistet.
Da die RegionalStadtBahn auf den Gleisen 1 und 2 fährt, ist die Einbindung der RegionalStadtBahn-Linien von und nach Pfullingen bzw. Eningen ohne Kreuzungsbauwerke mit der DB-Strecke zu bewältigen.

Kosten der Infrastruktur

Die Kostenermittlung erfolgte auf Basis bereits durchgeführter Maßnahmen im EBO
bzw. BOStrab-Bereich anhand daraus abgeleiteter Einheitskostensätze. Daraus ergeben sich folgende Infrastrukturkosten.


Reutlingen Hbf -Stadtgrenze Reutlingen (1,7 km): 23.113.200,00 €


Stadtgrenze Reutlingen -Abzweig Südbahnhof (0,6 km): 5.408.700,00 €~

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